Was ist Demenz? Welche Demenzformen gibt es?

Wie definiert man Demenz? Eine Demenz ist die Auswirkung einer fortschreitenden Erkrankung des Gehirns. Dahinter können sich verschiedene Demenzformen mit unterschiedlichen Ursachen verbergen. In diesem Artikel erfährst du mehr über die verschiedenen Demenzformen.

Was ist Demenz?

Die Demenz ist keine Erkrankung im engeren Sinne. Mediziner sprechen bei der Demenz von einem Syndrom. Das heißt, es handelt sich um ein Krankheitsbild, das mit dem Auftreten charakteristischer Beschwerden verbunden ist. Man spricht von Demenz (oder demenziellem Syndrom) also immer dann, wenn bestimmte Symptome auftreten – unabhängig von deren Ursache.

Zu den typischen Symptomen gehören unter anderem Vergesslichkeit, Probleme bei der Orientierung, Verhaltensveränderungen oder der zunehmende Verlust verschiedener emotionaler und sozialer Fähigkeiten.

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Welche Demenformen gibt es?

Insgesamt umfasst der Begriff Demenz über 50 verschiedene Erkrankungsformen mit unterschiedlichen Ursachen. Zusätzlich gibt es Mischformen, bei denen mehrere Demenzarten gleichzeitig vorliegen. Hier erfahren Sie mehr über die häufigsten Demenzformen und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Die Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz wird auch Alzheimer-Krankheit, Morbus Alzheimer oder einfach nur Alzheimer genannt. Alzheimer ist die mit Abstand häufigste der Demenzformen. Bei mehr als der Hälfte aller Menschen mit demenziellem Syndrom liegt die Ursache in einer Alzheimer-Krankheit. Dabei lagern sich bestimmte Proteine in Form sogenannter Plaques im Gehirn ab.

Dadurch sterben die Nervenzellen nach und nach ab. Das Hirn schrumpft. Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach. Mit der Zeit kommt es zu immer stärkeren kognitiven Einschränkungen. Der Bezug zu Namen, Daten, Orten und dem Zeitverlauf kann immer mehr verloren gehen. Damit gehen oft auch Veränderungen der Persönlichkeit einher.

Lewy-Körperchen-Demenz

Die Lewy-Körperchen-Demenz oder Lewy-Body-Demenz ähnelt der Alzheimer-Krankheit. Auch hier bilden sich Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn. Allerdings treten Sie nicht in Form von Alzheimer-Plaques, sondern als charakteristische Einschlüsse ( Lewy-Körperchen genannt) auf. Es gibt Mischformen, bei denen zusätzlich auch Alzheimer-Plaques zu finden sind.

Typisch für die Lewy-Körperchen-Demenz ist das Auftreten von Halluzinationen. Durch die Eiweißeinlagerungen in die Nervenzellen sehen oder hören die Betroffenen Dinge, die gar nicht da sind. Ebenfalls typisch sind starke Schwankungen im körperlichen und psychischen Befinden.

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Frontotemporale Demenz (FTD, Pick-Krankheit)

Die Frontotemporale Demenz wurde früher auch Pick-Krankheit genannt und gehört zu den selteneren Demenzformen. Dabei sterben Nervenzellen im Stirnlappen (Frontallappen) und den Schläfenlappen (Temporallappen) ab. Warum das geschieht, konnten Forscher bis heute nicht vollständig herausfinden. Sicher ist, dass bei einem Teil der Betroffenen ein genetischer Defekt verantwortlich zu sein scheint.

Typisch für die Frontotemporale Demenz ist, dass das Gedächtnis zunächst erhalten bleibt. Stattdessen zeigen Betroffene Veränderungen im Verhalten. Sie verhalten sich unsozial oder wirken ungewöhnlich sorglos, brechen Regeln oder sind reizbar und aggressiv. Im weiteren Verlauf können auch Gedächtnisprobleme auftreten. Diese sind in der Regel aber deutlich weniger ausgeprägt als bei Alzheimer-Patienten.

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Die vaskuläre Demenz

Nach der Alzheimer-Demenz ist die vaskuläre Demenz die zweithäufigste Demenzform. Die Ursache der vaskulären Demenz ist eine verminderte Durchblutung (Ischämie) im Gehirn. Dadurch können die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Sie sterben ab. Je nach Ursache der Durchblutungsstörung werden verschiedene Arten der vaskulären Demenz unterschieden.

Eine häufige Ursache sind zum Beispiel kleinere Hirninfarkte oder Hirnblutungen. Die Symptome hängen vom Ausmaß der Minderdurchblutung ab. Typisch sind Verwirrung, Sprachstörungen oder Stimmungsschwankungen. Dagegen sind das Kurzzeitgedächtnis und Sozialverhalten in der Regel kaum betroffen.

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Demenz aufgrund anderer Erkrankungen

Es kann in manchen Fällen auch zu einer Demenz kommen, obwohl die Ursache nicht direkt im Gehirn liegt. Das demenzielle Syndrom wird dann durch andere Faktoren ausgelöst. Ursachen können unter anderem eine Medikamentenvergiftung, Alkohol- oder Drogenmissbrauch, eine starke Schilddrüsenunterfunktion oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Je nach Ursache kann eine solche Demenz unter Umständen reversibel sein. Das bedeutet, dass sie sich nach Behandlung des Auslösers zurückbildet.

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Bildquellen

  • Ein leuchtendes Gehirn in Händen: ESB Professional | Shutterstock.com
Dr. Silvia Nold

Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin und hat eine abgeschlossene Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin mit Schwerpunkt Ernährungslehre. Sie war mehrere Jahre in der medizinischen Diagnostik tätig. Dr. Nold schreibt für Lanaprinzip Publishing e.U. über Themen der Biologie, Medizin und Ernährung.