Spätstadium der Demenz: Tipps für Angehörige

Im Spätstadium und Endstadium der Demenz verlieren Betroffene immer stärker die Kontrolle über Ihren Körper. Hier steht deshalb eine umfassende und individuell angepasste Pflege im Vordergrund.

Allgemeines zum Spätstadium der Demenz

Im Spätstadium und Endstadium der Demenz sind Betroffene immer stärker auf Pflege angewiesen. Oft kommt es zu einem Umzug in ein Pflegeheim, wenn Verhaltensänderungen, Inkontinenz oder andere Herausforderungen zu Hause nicht mehr allein bewältigt werden können. Ob häusliche Pflege, spezielle Betreuungsprojekte oder Altersheim: In jedem Fall muss bei stark fortgeschrittener Demenz die Pflege stetig angepasst werden. Menschen mit Demenz im Spätstadium ziehen sich oft immer mehr zurück, reagieren weniger auf Ansprache und sprechen kaum oder gar nicht mehr. Gehen und später auch Sitzen sind in vielen Fällen irgendwann nicht mehr möglich. Der Mensch mit Demenz wird bettlägerig und ist damit vollkommen auf eine umfassende Pflege angewiesen.

Im Spätstadium der Demenz kann es auch zu Inkontinenz kommen. Schluckbeschwerden können auftreten oder das Essen wird verweigert. In solchen Fällen sollten Sie sich eng mit dem Pflegepersonal und / oder den Ärzten beraten, welche Maßnahmen nun nötig und sinnvoll sind.

Das können Angehörige im Spätstadium der Demenz tun

Was genau auf Sie zukommt und wie das Spätstadium der Demenz genau verläuft, lässt sich vorher nicht sagen. Es hängt von der Demenzform und von der individuellen Krankheitsentwicklung ab. Die folgenden Tipps sollten Sie deshalb immer in Absprache mit allen anderen Beteiligten an die Bedürfnisse Ihres Angehörigen anpassen.

Umfassende Pflege ist notwendig

Wenn das mittlere Stadium der Demenz in das Spätstadium übergeht, kann es für längere Zeit zu starken Schwankungen kommen. Teilnahmslosigkeit kann mit Nervosität oder Umherwandern abwechseln. Da nächtliches Umherwandern oder Haushaltsunfälle ein großes Sicherheitsrisiko darstellen, wird eine gute Betreuung nun immer essenzieller.

Im Spätstadium verlieren Menschen mit Demenz zunehmend die Kontrolle über die Sprache, Ihren Körper und über Bewegungen. Nach und nach wird immer öfter Hilfe beim Essen oder beim Gang zur Toilette benötigt. Schreitet der Abbau der Fähigkeiten weiter voran, stehen Ihnen viele Möglichkeiten offen. Hier aus unserem Demenz-Portal finden Sie auch Informationen zu verschiedenen Pflegemöglichkeiten zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen. In jedem Fall gilt, dass nun der wichtigste Punkt eine umfassende Pflege und angepasste Betreuung ist.

Positive Gefühle bei Menschen mit Demenz wecken

Selbst wenn ein Mensch mit Demenz im Spätstadium bettlägerig ist und kaum mehr auf Ansprache reagiert: Es gibt viele Möglichkeiten, zu dem Betroffenen vorzudringen. Halten Sie die Hand und streicheln Sie Ihren Angehörigen. Auch Eincremen, leichte Massagen oder das tägliche Waschen bieten Möglichkeiten, die Körperwahrnehmung des Betroffenen bewusst anzuregen. Manche Menschen reagieren auch positiv darauf, in den Arm genommen oder dabei sanft hin und her gewiegt zu werden.

Reden Sie dabei mit ruhiger Stimme. Sprechen Sie über geliebte und bekannte Dinge. Lächeln sie Ihren Angehörigen an. Oft lässt sich auch über Gerüche, Geräusche, bekannte Gebete oder Musik eine positive Assoziation wecken. Wenn Ihr Angehöriger mit den Händen nach Dingen greift oder herumnestelt, können verschiedene Dinge zum Greifen angeboten werden (weiche Oberflächen, Fell oder glatte Gegenstände). Beobachten Sie Ihren Angehörigen und achten Sie auf Mimik und Gestik. Meiden Sie, was Stress auszulösen scheint. Und wiederholen Sie die Dinge, die beruhigend oder auf positive Weise anregend zu sein scheinen.

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Falls ein Ergotherapeut oder Physiotherapeut die Behandlung begleitet, können Sie sich zeigen lassen, was Sie selbst noch zusätzlich tun können und sollen.

Aktivierung von Demenzerkrankten über taktile Reize

Über die Körperwahrnehmung und taktile Reize ist es möglich, Menschen mit Demenz zu entspannen und zur beruhigen. Nervöse Energie wird abgeleitet und spezielle Spielzeuge fördern die Beruhigung und Konzentration.

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Die Würde des Betroffenen nicht verletzen

Ist ein Mensch bettlägerig oder scheint kaum mehr etwas von der Umwelt mitzubekommen, kann man fast vergessen, dass er anwesend ist. Vermeiden Sie trotzdem, mit Dritten über Ihren Angehörigen zu sprechen, als sei er gar nicht da. Meiden Sie vor allem harte Wort, Kritik oder hitzige Diskussionen. Zum einen wissen Sie nicht, wie viel genau Ihr Angehöriger noch mitbekommt – zumindest auf der emotionalen Ebene. Zum anderen ist es einfach ein Zeichen von Respekt. Auch bei Pflegemaßnahmen, beim Waschen oder bei der Ansprache sollten Sie immer darauf achten, die Würde Ihres Angehörigen zu bewahren.

Achten Sie auf eine umfassende palliativ-medizinische Betreuung

Im Spätstadium und Endstadium der Demenz ist natürlich auch wichtig, dass Ihr Angehöriger nicht leidet. Kommt es zu Erkrankungen wie einer Lungenentzündung oder erkrankt Ihr Angehöriger an Krebs, denken Sie daran: Ein Mensch mit Demenz kann Fragen nach Schmerzen oft nicht mehr richtig verstehen. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie selbst kleine Anzeichen von Schmerzen oder Beschwerden dem Pflegepersonal oder dem verantwortlichen Arzt mitteilen. Eine angepasste palliativ-medizinische Versorgung kann dafür sorgen, dass Ihr Angehöriger in seinen letzten Jahren nicht leidet und sich wohl fühlt (1).

Verweigert Ihr Angehöriger das Essen und Trinken (freiwilliges Fasten), gibt es dazu unterschiedliche Einstellungen. Zunehmend sieht man das heute Vorbereitung auf den Tod und einen normalen Prozess, den man als Angehöriger akzeptieren beziehungsweise aushalten muss. Zumindest ab einem gewissen Stadium, zu dem die Ärzte und das Pflegepersonal Sie umfassend beraten werden, ist eine Magensonde oft nicht mehr sinnvoll. Was Sie tun können: Eine befeuchtende Pflege von Mundraum und Lippen wird oft als positiv empfunden, auch wenn ein Patient nicht mehr essen und trinken möchte.

Auf den Abschied vorbereiten

Niemandem von uns fällt es leicht, sich mit dem Thema Tod zu beschäftigen. Doch letztendlich ist es das, auf was eine Demenz im Spätstadium letztendlich zusteuert. Versuchen Sie deshalb frühzeitig, sich damit auseinanderzusetzen. Kümmern Sie sich bei Bedarf um eine Patientenverfügung. Es kostet viel Kraft, einem Sterbenden beizustehen. Doch es kann auch ein enges Gefühl der Vertrautheit, manchmal auch der Versöhnung dabei entstehen. Muten Sie sich dabei jedoch nicht zu viel zu. Tun Sie das, was Sie selbst für richtig halten. Nehmen Sie dabei ruhig Hilfe an. Hospizhelfer oder ehrenamtliche Sterbebegleiter, Seelsorger oder die Pflegekräfte im Heim sind mit diesem Thema vertraut und stehen Ihnen dabei gerne zur Seite.

Besser leben mit dem Tod: oder Wie ich lernte, Abschied zu nehmen
  • Susanne Jung
  • Herausgeber: Klett-Cotta
  • Auflage Nr. 1 (14.03.2013)
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Quellenangaben

  1. Escobar Pinzon LC et al. Dying with dementia: symptom burden, quality of care, and place of death. Dtsch Arztebl Int 2013; 110(12): 195-202

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Bildquellen

  • Ein Mann geht alleine auf deinem Weg durch den Wald: Anatoliy Sadovskiy | Shutterstock.com

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