Frühstadium der Demenz: Wie verhalte ich mich als Angehöriger richtig?

von Dr. Silvia Nold

Im Frühstadium der Demenz machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Erfahren Sie hier, was Angehörige in diesem Stadium für sich und den Demenzpatienten tun können.

Allgemeine Informationen zum Frühstadium der Demenz

Das Frühstadium der Demenz kann mehrere Jahre andauern. Die Krankheit beginnt zwar erst, es machen sich aber schnell die ersten Veränderungen bemerkbar. Diese betreffen nicht nur den Demenzpatienten selbst, sondern auch die Familie und den Partner.

Im Frühstadium einer Demenz steht meist die zunehmende Vergesslichkeit im Vordergrund. Es wird immer schwieriger, sich Dinge zu merken und sich im Alltag zurechtzufinden. Vor allem Veränderungen, neue Orte oder kompliziertere Tätigkeiten werden zur Herausforderung für die Betroffenen. Die Vergesslichkeit führt oft auch zu Ängsten, Unsicherheit oder Wut über die eigene Unzulänglichkeit. Sie als Angehöriger werden möglicherweise angeschrien oder müssen mit Spott, Aggression oder trotzigen Reaktionen rechnen. Hier erfahren Sie, auf was Sie im Frühstadium der Demenz achten sollten, welche Schritte Sie in die Wege leiten sollten und wie Sie Ihrem Angehörigen den Alltag erleichtern können.

Lesen Sie dazu auch unsere Artikel über die Symptome der Demenz und den Verlauf der Demenz. Dort erfahren Sie, wie eine Demenz typischerweise verläuft, mit welchen Symptomen Sie rechnen müssen und wie Sie mit diesen Symptomen am besten umgehen.

Das können Angehörige im Frühstadium der Demenz tun

Gerade im Frühstadium der Demenz können Familie, Partner und enge Freunde viel tun, um das gemeinsame Leben angenehmer zu gestalten und sich auf die Veränderungen der Zukunft vorzubereiten. Dabei ist vor allem wichtig, die Erkrankung anzunehmen, sich gemeinsam damit auseinanderzusetzen und das Beste daraus zu machen.

Informieren, vorsorgen und rechtliche Dinge regeln

Der erste Schock nach der Diagnose Demenz sitzt natürlich tief. Dennoch sollten Sie jetzt möglichst bald reagieren. Informieren Sie sich – was Sie im Moment ja schon auf unserem Portal tun. Je mehr Sie über Demenz wissen, desto weniger Angst macht die Zukunft. Stellen Sie sich auf das Kommende ein, indem Sie sich für eventuell auftretende Symptome wappnen und sich über rechtliche Angelegenheiten, Pflege- und Hilfsangebote informieren. So helfen Sie auch Ihrem Angehörigen, sich jetzt im Frühstadium der Erkrankung selbst mit der Demenz auseinanderzusetzen und können als Familie gemeinsam Entscheidungen und Vorbereitungen für die Zukunft treffen. Wir empfehlen Ihnen die folgende Literatur:

Seien Sie einfach da

Im Frühstadium der Demenz benötigt ein Mensch im Normalfall noch keine Pflege. Dennoch ändert sich viel. Gerade im Frühstadium kommen auf beiden Seiten – beim Dementen und seinen Angehörigen – oft starke Emotionen hoch. Sie selbst fühlen sich vielleicht überwältigt von der Diagnose, unsicher und können schlecht einschätzen, wie die Zukunft mit Ihrem demenzkranken Angehörigen aussehen könnte. Ängste und Unsicherheit sind im Frühstadium der Demenz bei Angehörigen völlig normal. Auch Verdrängung und Verleugnung sind normale Reaktionen, sowohl beim Patienten als auch bei Angehörigen.

Das Wichtigste, was Sie jetzt tun können: Seien Sie einfach da. Geben Sie Wärme, Zuneigung und Körperkontakt. Unternehmen Sie Dinge gemeinsam und versuchen Sie, nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern die momentanen Möglichkeiten des gemeinsamen Lebens auszukosten und an die Demenz anzupassen.

Helfen Sie im Alltag

Helfen Sie im Alltag, wenn es nötig und für Sie machbar ist, aber versuchen Sie Ihren Angehörigen dabei nicht zu bevormunden. Das ist manchmal schwierig, wenn der Patient unselbständiger wird und manche Dinge vergisst oder nur noch langsam erledigen kann. Dabei kann Frustration auf beiden Seiten entstehen. Finden Sie Kompromisse: Vereinfachen Sie Aufgaben, sodass der Betroffene sie noch alleine bewältigen kann, und übernehmen Sie dafür die komplizierteren Dinge. Sprechen Sie immer wieder mit dem Demenzpatienten und fragen Sie nach, ob die Hilfe so in Ordnung und erwünscht ist. Ziehen Sie im Zweifelsfall lieber früher als später professionelle Unterstützung und Beratung hinzu, vor allem wenn der Betroffene alleine lebt. Sorgen Sie für mehr Sicherheit im Lebensbereich, zum Beispiel durch rechtzeitig installierte Haltegriffe und weitere Produkte im Sanitärbereich:

Hilfe für allein lebende Demenzpatienten

Lebt jemand im Frühstadium der Demenz alleine, funktioniert das oft über längere Zeit problemlos. Als Familienangehöriger sollten Sie in engem Kontakt bleiben, um Veränderungen und Bedürfnisse zu erkennen. Rufen Sie häufig an oder kommen Sie zu Besuch. Versichern Sie sich regelmäßig, dass die Person jede Hilfe bekommt, die sie braucht. Das kann zum Beispiel Unterstützung bei der Hausarbeit, beim Kochen oder Einkaufen, bei Fahrten zum Arzt oder beim Bezahlen von Rechnungen sein. Bedenken Sie, dass sich Menschen mit Demenz mit speziellem Geschirr leichter tun:

Behalten Sie Veränderungen im Auge

Die meisten Demenzformen schreiten schleichend voran. Zunächst fährt der Demenzpatient vielleicht noch selbst Auto, nimmt an sozialen Unternehmungen Teil oder arbeitet möglicherweise sogar noch. Sie als Familienangehöriger, Ehepartner oder enger Vertrauter sollten Veränderungen und Verschlechterungen im Auge behalten, die Betroffene selbst vielleicht nicht wahrnehmen oder aufgrund der Erkrankung nicht mehr überschauen können. Achten Sie darauf, ob neue Symptome auftreten oder bestehende Symptome sich verschlimmern. Zieht ein Mensch mit Demenz sich zunehmend zurück, animieren und unterstützen Sie ihn dabei, weiter am Sozialleben teilzunehmen.

Dabei gilt immer: Safety first. Haben Sie das Gefühl, der Patient kann einige Dinge in naher Zukunft nicht mehr gefahrlos leisten (zum Beispiel Auto fahren oder alleine sein), dann klären Sie entsprechende Möglichkeiten frühzeitig ab.

Selbständigkeit so lange wie möglich erhalten

Um die Selbständigkeit zu erhalten und möglichst lange ein Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen, steht Sicherheit an erster Stelle. Passen Sie die Wohnumgebung frühzeitig an alle Eventualitäten an, zum Beispiel mit mehr Licht (möglich sind auch Bewegungsmelder), Sicherungen oder Rauchmeldern.

Kleine Hilfen und Änderungen können zusätzlich dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz für eine viel längere Zeit selbständig ihren Alltag bewältigen können. Möglichkeiten sind je nach Patient unter anderem:

  • Alle Termine in einen übersichtlichen und leicht handhabbaren Kalender eintragen
  • Gemeinsam einen Einkaufszettel und Essensplan für die ganze Woche erstellen
  • Medikamente gut beschriftet vorbereiten
  • Mehr Zeit für Alltagsaufgaben einplanen
  • Kleidung für den nächsten Tag bereits gemeinsam aussuchen und herauslegen
  • Machen Sie keinen Druck, sondern erinnern Sie freundlich daran, wenn etwas vergessen wurde
  • Nehmen Sie notwendige Anpassungen bei den Sanitäreinrichtungen rechtzeitig vor
  • Sorgen Sie für Sicherheit mit elektronischen Hilfsmitteln

Sehen Sie sich die folgenden Produkte an:

Mögliche Überforderung eingestehen

Für Jeden, selbst für speziell geschultes Pflegepersonal, ist der Umgang mit demenzkranken Menschen eine Herausforderung. Das gilt sogar in noch größerem Maße, wenn die betroffene Person ein Angehöriger ist. Wird die Mutter, die einem bisher mit Gelassenheit, Rat und Tat zur Seite stand, plötzlich jähzornig, verwirrt oder braucht Hilfe bei einfachen Tätigkeiten, ist das emotional sehr belastend. Die Rollen zwischen Kind und Eltern scheinen sich zu vertauschen. Für Ehepartner kann sich eine vorher gleichberechtigte Beziehung stark verändern.

Wenn Sie im Umgang mit diesen Veränderungen Hilfe brauchen, dann fragen Sie frühzeitig nach Möglichkeiten und nehmen Sie diese Angebote auch an. Oder wissen Sie nicht, wie Sie mit bestimmten Verhaltensweisen umgehen sollen? Fühlen Sie sich dann manchmal unsicher, überfordert oder ängstlich? Dann fragen Sie nach Tipps zum richtigen Umgang mit diesen Situationen.

Selbsthilfegruppen können dabei eine hilfreiche Unterstützung sein. Im Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen findet man oft praktische Hilfen, Tipps und Informationen aus erster Hand. Aber auch Sozialstationen, Beratungsstellen oder der behandelnde Arzt helfen weiter. Schreitet die Erkrankung weiter voran, können Sie dazu auch die Tipps für das mittlere Stadium und Spätstadium der Demenz nachlesen.

Zu empfehlen ist auch die Methode der Validierung:

Tipps von Prof. Dr. Gerald Hüther für Angehörige von Menschen mit Demenz

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Tipps von Dr. Ruediger Dahlke zum Thema Demenz

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Tipps von Prof. Dr. Andreas Michalsen zum Thema Ernährung und Demenz

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Literaturempfehlungen für Angehörige von Demenzerkrankten

Download: Leitfaden zur Bewegung von Menschen mit Demenz

Auf 41 Seiten erhalten Sie unsere gut recherchierten Tipps zur Bewegungsförderung für Menschen mit Demenz. Das Konzept geht über die reine Ausübung von körperlicher Aktivität hinaus und beschäftigt sich mit Menschen mit Demenz aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus.

Die Gesundheitsblogger Sandra und Matthias Exl

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Bildquellen

  • Ein älteres verliebtes Ehepaar: ABO PHOTOGRAPHY | Shutterstock.com