Alltag mit Demenz: 10 praktische Tipps für Betroffene

Selbständig und selbstbestimmt Leben mit Demenz: Mit diesen Tipps können Sie Ihren Alltag vereinfachen und mehr Lebensqualität gewinnen.

Sie haben Demenz und leben im Moment noch selbstständig? Dann bemerken Sie möglicherweise in einigen Situationen bereits die Auswirkungen der Demenz. Zudem müssen Sie die Diagnose verkraften und fragen Sie sich, wie das Leben nun in Zukunft weitergehen soll und wie lange Sie ihr Leben noch alleine gestalten können.

Wir haben Tipps für Sie zusammengestellt, die das Leben mit Demenz vereinfachen können. So gewinnen Sie an Sicherheit im Alltag und können hoffentlich noch sehr lange selbstbestimmt leben.

Für Sicherheit sorgen

  • Leben Sie alleine, dann sollten Sie für Notfälle vorsorgen. Bleiben Sie mit nahestehenden Personen in engem Kontakt. Sie können zum Beispiel eine feste Tageszeit vereinbaren, zu der Sie kurz telefonieren oder sich über WhatsApp melden. Auch mit Nachbarn können Sie Zeichen vereinbaren. Zum Beispiel sollen sie nach Ihnen sehen, wenn um eine bestimmte Uhrzeit der Rollladen nicht hochgezogen ist.
  • Hinterlegen Sie außerdem einen Ersatzschlüssel bei Nachbarn.
  • Wichtige Telefonnummern sollten Sie gut sichtbar neben das Telefon hängen. Es gibt auch Telefone, bei denen Sie die wichtigsten Nummern als Kurzwahl einspeichern können. So müssen Sie nur eine Symboltaste drücken, um den Arzt, die Sozialstation oder Ihre Kinder zu erreichen.
  • Ein Hausnotruf-System kann ebenfalls sinnvoll sein, um sich im Alltag sicherer zu bewegen. Ihr Hausarzt, Ihre Krankenkasse oder die Anbieter solcher Systeme (zum Beispiel das Rote Kreuz) helfen Ihnen dabei weiter.
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  • Für Kranke und Senioren immer griffbereit. Nehmen Sie Ihren Liebsten die Angst, im Notfall nicht gehört zu werden. Gehen Sie unbesorgt Ihrer Beschäftigung nach, auch außerhalb der Hörweite jener Person, die ggf. Ihre Hilfe benötigen könnte.

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Hilfe annehmen

Auch wenn Sie jetzt noch gut alleine und selbstständig leben können, sollten Sie sich jetzt bereits nach Hilfsmöglichkeiten erkundigen. Unser Tipp: Wenn Sie noch nicht bei einer speziellen Beratungsstelle waren, sollten Sie das jetzt tun. Dort erfahren Sie, welche Hilfe Ihnen zusteht, wie das abläuft und wie Sie diese beantragen.

Sie können bei Bedarf Hilfe im Haushalt, beim demenzgerechten Umbau Ihrer Wohnung oder bei der Beantragung eines Pflegegrads erhalten. In vielen Orten gibt es auch Treffen und Ausflüge speziell für Menschen mit Demenz. Nehmen Sie Hilfe unbedingt an, denn früher oder später wird die Demenz sich verschlechtern. Dann hilft es Ihnen sehr, wenn Sie bereits entsprechende Kontakte geknüpft haben.

Demenz Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen

Hobbys und Aktivitäten beibehalten

Es ist oft schwer, mit Demenz so weiterzumachen wie bisher. Vielleicht fühlen Sie sich unwohl, wenn anderen Ihre Erkrankung auffällt, oder die Tätigkeiten fallen Ihnen zunehmend schwer. Allerdings wirken sich ein erfülltes Sozialleben und angenehme Tätigkeiten möglicherweise sehr positiv auf Ihre Psyche und den Verlauf Ihrer Demenz aus. Wenn Sie Ihr Hobby weiter betreiben, verlernen Sie es nicht so schnell und trainieren gleichzeitig auch Ihre Selbstständigkeit.

Finden Sie Wege, Ihre Aktivitäten beizubehalten. Fragen Sie Angehörige, vertraute Personen oder ehrenamtliche Helfer („Nachbarschaftshilfe“) um Begleitung. Vielleicht lässt sich Ihr Hobby auch etwas abändern, sodass es für Sie noch lange machbar ist.

 

Mobil bleiben und neue Aufgaben finden

Wenn Sie sich zurückziehen und immer seltener aus dem Haus oder unter Menschen gehen, kommt es zu einer Abwärtsspirale. Es wird Ihnen immer schwerer fallen, aktiv zu werden. Planen Sie deshalb Bewegung, Sport, Aktivitäten und Unternehmungen fest in Ihren Alltag ein.

Weitere Informationen und Tipps zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel „Aktiv bleiben mit Demenz: Tipps für Freizeit und Beruf“.

Merkhilfen nutzen

Im Alltag können Ihnen viele kleine Gedächtnisstützen helfen, um Termine und Daten nicht zu vergessen. Notieren Sie sich Termine, Geburtstage und alle wichtigen Daten in einem übersichtlichen Kalender. Erinnern Sie sich an wichtige Dinge, indem Sie deutlich sichtbare Notizzettel aufhängen.

Bei wichtigen Terminen, die Sie auf keinen Fall versäumen dürfen, können Sie auch Angehörige oder Freunde bitten, Sie zu begleiten oder vorher telefonisch daran zu erinnern.

Suchen Sie ständig Gegenstände im falschen Schrank? Dann versehen Sie doch einfach Ihre Schrank- oder Regaltüren mit Symbolen. Auch spezielle technische Lösungen können hier von großem Nutzen sein:

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  • 1 HF-Sender (Fernbedienung) und 4 Empfänger für verschiedene Gegenstände wie Schlüssel, Geldbörse , TV-Fernbedienung, Gläser oder andere Gegenstände lokalisieren, die Sie manchmal finden müssen

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Den Alltag planen und strukturieren

Wenn Sie immer häufiger Dinge oder Termine vergessen, kann ein fester Wochenplan helfen. Treffen Sie sich zum Beispiel hin und wieder mit einer Bekannten zum Kaffeetrinken? Dann vereinbaren Sie einen festen Termin, an dem Sie sich sehen, zum Beispiel immer Mittwoch Nachmittag um drei Uhr. Erstellen Sie sich auf diese Weise einen festen Wochenplan und hängen diesen an Ihre Wand. So werden Sie sich sicherer und unabhängiger fühlen.

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Essen und trinken

Vergessen Sie manchmal das Essen oder haben wenig Appetit? Oder fallen Ihnen das Planen der Mahlzeiten, das Einkaufen und Kochen zunehmend schwerer?

Auf jeden Fall sollten Sie sich weiter gesund und abwechslungsreich ernähren sowie feste Essenszeiten einhalten. Auch auf eine ausreichende Trinkmenge sollten Sie achten. Experten empfehlen, 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu trinken.

Vielleicht können Sie sich mit Verwandten, Freunden oder Nachbarn zum gemeinsamen Kochen und Essen verabreden. Oder Sie bestellen ein- oder zweimal wöchentlich „Essen auf Rädern“ zur Entlastung? In manchen Ortschaften gibt es auch Seniorentreffen, Mehrgenerationenhäuser oder Angebote für Menschen mit Demenz, bei denen gemeinsam gegessen wird. Falls Ihnen das Einkaufen zu mühsam wird, gibt es inzwischen auch viele Supermärkte, bei denen Sie online bestellen und sich die frischen Lebensmittel und Getränke nach Hause liefern lassen können.

Achten Sie auf die richtige Ernährung um den Verlauf der Demenz positiv zu beeinflussen!

Demenz Vorbeugung durch Ernährung? Interview mit Prof. Dr. Andreas Michalsen

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Den Alltag vereinfachen

Fallen Ihnen im Alltag manche Dinge zunehmend schwer? Dann sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie diese vereinfachen können.

Einige Beispiel finden Sie hier:

  • Trennen Sie sich von Kleidung und Schuhen, die umständlich anzuziehen sind. So haben Sie zum einen weniger Auswahl und finden sich leichter zurecht, zum anderen tun Sie sich bei weiter und bequemer Kleidung leichter beim Ankleiden.
  • Sortieren Sie bei Bedarf auch Bad und Küche aus. Behalten Sie nur das, was Sie tatsächlich auch verwenden.
  • Tauschen Sie Ihr schwer zu bedienendes Telefon gegen ein Telefon mit großen Symboltasten. So müssen Sie keine Nummern tippen. Durch das Betätigen einer Symboltaste (zum Beispiel mit einem Bild Ihres Angehörigen) wird die hinterlegte Nummer gewählt.
  • Suchen Sie immer den gleichen Gegenstand, zum Beispiel Ihre Brille oder Ihren Schlüssel? Dann legen Sie einen neuen Platz an, wo dieser Gegenstand ab jetzt immer hinterlegt wird. Das kann im Falle eines Schlüssels zum Beispiel ein großes, auffälliges Schlüsselbrett neben der Eingangstür sein.
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Eine bessere Nachtruhe

Es kommt oft vor, dass bei einer Demenzerkrankung die Nachtruhe leidet. Bei Demenz kann die innere Uhr durcheinandergeraten. Vielleicht wachen Sie nachts oft auf, werden unruhig und finden keine Ruhe. Dafür sind Sie möglicherweise tagsüber müde. Das beeinträchtigt nicht nur Ihr Befinden, sondern kann auch gefährlich werden. Denn beim Umherwandern in der Dunkelheit könnten Sie sich stoßen, stolpern oder stürzen.

Diese Tipps können helfen, um die Nachtruhe zu verbessern:

  • Unternehmen Sie tagsüber so viel wie möglich. Bewegen Sie sich, seien Sie aktiv und haben Sie Spaß. So kommen Körper und Geist nachts dafür besser zur Ruhe.
  • Sorgen Sie tagsüber für viel Helligkeit und Licht. Nachts dunkeln Sie Ihren Schlafraum dafür ganz ab. So fällt es Ihrem Gehirn leichter, den Tag-Nacht-Rhythmus zu erkennen. Sie können Bewegungsmelder verwenden, dann ist es nachts dunkel, doch beim Gang zur Toilette haben Sie trotzdem automatisch Licht.
  • Schaffen Sie feste Rituale vor dem Schlafengehen. Ein Glas warme Milch, eine bestimmte Musik hören oder andere, immer gleiche Abläufe machen es leichter, zur Ruhe zu kommen.
  • Falls Sie schlecht einschlafen können, erkundigen Sie sich nach Kursen für Entspannungstechniken. Dazu gehören zum Beispiel Meditation, das autogene Training oder die progressive Muskelentspannung, das Sie auch mit Demenz noch gut erlernen können.

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Vorsorgen und rechtliche Dinge klären

Solange Sie noch fit und aktiv sind, sollten Sie rechtzeitig für später vorsorgen. Lassen Sie sich dabei bei Bedarf von einem Anwalt oder Notar beraten. Um was Sie sich kümmern sollten:

  • Die Patientenverfügung regelt die medizinische Behandlung, wenn Sie nicht mehr selbst darüber entscheiden können.
  • Die Vorsorgevollmacht bestimmt, wer sich um Ihre Finanzen kümmert, wenn Sie es nicht mehr selbst können.
  • Das Testament bestimmt, wer welchen Anteil Ihrer Vermögenswerte erhalten soll.
  • Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen außerdem alle weiteren Punkte ab, die Sie später sonst möglicherweise nicht mehr klären können (zum Beispiel im Bezug auf die Beerdigungswünsche).

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Bildquellen

  • Demenz-Tipps für Betroffene: Ruslan Huzau | Shutterstock.com
Dr. Silvia Nold

Dr. Silvia Nold ist promovierte Biologin und hat eine abgeschlossene Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin mit Schwerpunkt Ernährungslehre. Sie war mehrere Jahre in der medizinischen Diagnostik tätig. Dr. Nold schreibt für Lanaprinzip Publishing e.U. über Themen der Biologie, Medizin und Ernährung.